VIDEO – Executive-Insight-Interview: Wie digitale Transformation gelingt
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Veröffentlicht im September 2026 | Leading Minds Network
Im Rahmen eines Executive-Insights-Interviews des Leading Minds Network erörterten Dr. Constantin Fahom, Technology Consulting Manager bei Accenture, und Daniel Reichen, Global Key Account Manager bei ELPRO, weshalb digitale Transformationsprojekte in der Praxis scheitern können – und was Unternehmen anders machen können, um messbaren Erfolg zu erzielen.
Was, wenn es bei der digitalen Transformation gar nicht wirklich um Technologie geht?
Das war einer der provokantesten Gedanken, der in dem Gespräch zwischen Dr. Constantin Fahom von Accenture und Daniel Reichen von ELPRO aufkam.
Wie sich zeigt, messen und bewerten die erfolgreichsten Unternehmen nicht die Einführung von Software und Hardware. Sie messen und bewerten Entscheidungsfähigkeit, Geschwindigkeit und Geschäftsergebnisse.
Die zentrale Botschaft der Diskussion war damit eindeutig: Digitale Transformation gelingt, wenn Unternehmen auf Kompetenz, Governance, Nutzerakzeptanz und Entscheidungsfähigkeit setzen – und nicht nur auf Technologie.
Die Forschung
Trotz erheblicher Investitionen in Technologie liefern viele Initiativen noch immer keine nachhaltigen Ergebnisse. Auf Basis der Forschung im Rahmen seiner Doktorarbeit zu digitaler Transformation in europäischen Pharmaunternehmen erklärte Dr. Fahom, dass erfolgreiche Transformation von weit mehr abhängt als von der Wahl der richtigen Technologie. Unternehmen müssen diese fünf entscheidenden Dimensionen in Einklang bringen:
- Technologie
- Organisatorische Führung
- Regulatorische Compliance
- Geschäftsprozesse
- Externe Stakeholder
Während seiner Forschungsarbeit identifizierte Dr. Fahom die folgenden wiederkehrenden Erfolgsfaktoren:
- Vertrauenswürdige Daten und eine effektive Systemintegration bilden das Fundament.
- Governance muss gelebt werden, nicht nur dokumentiert sein.
- Nutzerakzeptanz setzt Systeme voraus, die einfach zu bedienen und klar mit der täglichen Arbeit verknüpft sind.
- Die Unterstützung durch die Führungsebene muss weit über die Implementierung hinaus bestehen bleiben, um neue Verhaltensweisen und Arbeitsweisen zu festigen.
Die Praxis
Diese Erkenntnisse deckten sich weitgehend mit einem grossangelegten Harmonisierungsprojekt zur Temperaturüberwachung, das Daniel Reichen beschrieb. Ein global tätiges Pharmaunternehmen sah sich mit einer fragmentierten Betriebslandschaft konfrontiert: uneinheitliche Überwachungsprozesse, inkonsistente Datentransparenz, hoher manueller Aufwand und eine eingeschränkte Möglichkeit, die Leistung über Geschäftsbereiche hinweg auszuwerten.
Statt direkt bei der Technologie anzusetzen, konzentrierte sich Reichen zunächst auf die Prozessharmonisierung und die operative Ausrichtung. Eine zentrale cloudbasierte Plattform ermöglichte standardisierte Arbeitsabläufe, mehr Transparenz und einen automatisierten Datenaustausch zwischen den Systemen. Manuelle Konfigurationsaufgaben entfielen, die Datenqualität verbesserte sich, und die Qualitätsteams konnten Sendungen automatisch anhand produktspezifischer Temperaturanforderungen bewerten.
Eine zentrale Lehre aus dem Projekt war die Bedeutung einer bereichsübergreifenden Verantwortung.
Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Geschäftsbereiche waren von Anfang an in die Projekt-Verantwortung und Entscheidungsfindung eingebunden. Reichen erklärte, dass dieser kollaborative Ansatz half, Akzeptanz aufzubauen, Widerstände abzubauen und ein gemeinsames Verständnis der Projektziele zu schaffen.
Die Übereinstimmung
Sowohl Daniel Reichen als auch Dr. Constantin Fahom betonten, dass die Implementierung allein noch keinen Erfolg ausmacht. Echte Transformation entstünde, wenn neue Systeme fester Bestandteil des Tagesgeschäfts würden, Nutzende den Daten vertrauten, Führungskräfte die Akzeptanz stärkten und Unternehmen Informationen konsequent nutzten, um bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen.
Wie Reichen weiter anmerkte, betrachteten viele Unternehmen die digitale Transformation nach wie vor als reine Technologieinitiative. Die eigentliche Chance läge darin, Daten in schnellere und bessere Entscheidungen zu verwandeln, die die Qualität steigerten, Ausschuss reduzierten, Produkte schützten, die operative Effizienz optimierten und letztlich den Patientinnen und Patienten zugutekämen.
Das Fazit
Technologie ist notwendig, doch erst der Aufbau von Kompetenz schafft Wert. Unternehmen, die auf Prozessgestaltung, Governance, Führung, Nutzerakzeptanz und vertrauenswürdige Daten setzen, sind deutlich besser aufgestellt, um digitale Transformation erfolgreich zu skalieren.

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